Österreichische Post - unfähig, unhöflich und inkompetent
Es gab eine Zeit, in der war die Post verstaatlicht. Ich kann mich gut an das Gezeter erinnern, wie monopolistisch und beamtenmäßig dort alles abgelaufen sein soll. Die Post ist nicht wiederzuerkennen. Seitdem sie einer anonymen Gesellschaft (AG) gehört, ist sie hinsichtlich Inkompetenz und schlechten Dienstleistungen wahrlich eine Monopolist geworden. Nicht nur, dass man überall Postfilialen zusperrt, die Post ist darüber hinaus teuer und unbequem.
Ich lasse mir regelmäßig Pakete liefern. Unter den Paketdiensten ist die Post der einzige, der nicht liefert. Lieber hinterlegt man eine Benachrichtigung und überlässt den Weg zur Aufbewahrungsstelle dem Kunden. Anscheinend versagen die Manager völlig dabei, den Aufwand und die damit einhergehende Unzufriedenheit auf Kundenseite vorauszusehen. Aber was ist schon von solchen Leute zu erwarten? Nie in irgendeinem Dienst gewesen, von der Uni direkt zum Top-Job. Keine Ahnung von irgendwas. Leute die sich hocharbeiten müssen gibt es heute nicht mehr. Und das hinterlässt in jedem Unternehmen deutliche Spuren.
Unlängst hat mich in der Filiale, bei der meine Sendungen hinterlegt (statt ausgeliefert) werden, ein junger, pubertierender Filial-"manager" unhöflich von der Seite zurechtgewiesen. Ich solle mich in der Warteschlange anstellen wie alle anderen. Leider war weder von Anderen, noch von einer Warteschlange eine Spur. Nur ein Mann, der vor einem Werbefolder-Stativ stand. Anscheinend beginnt die Warteschlange jetzt mitten in der Filiale und nicht mehr am Schalter. Wie lange noch, bis man sie vor die Filiale versetzt um Miete zu sparen?
Davon ganz abgesehen. Kunden vor allen Leuten besserwisserisch zurechtzuweisen gehört nicht zum guten Ton. Man fühlt sich der Willkür von Postbediensteten ausgeliefert. Etwas, worauf man heute leicht verzichten kann.
Wer es unterlässt seinen Mitarbeitern den Unterschied zwischen Kunden und Lieferanten beizubringen, der handelt gegen sein eigenes Geschäft. Eine Weisheit, die offensichtlich an der Wirtschaftsuni nicht berührt wird. Was man dort lernt dürfte sich fernab jedes Tagesgeschäfts bewegen.
Dem Angestellten der Post AG macht das nichts aus. Sie denken selten weeter in die Zukunft als 10 Minuten. Den Managern aber sollte klar sein, dass es DHL, DPD und andere Dienste gibt, die nicht nur in der Lage sind Pakete persönlich zu überbringen (wie es auch der Paketdienstvertrag der Post vorschreibt), sondern dies auch höflich und ohne Umstände möglich machen. Sie rufen sogar an bevor sie vorbeikommen. Etwas das einem seltsamerweise nicht in den Sinn kommt, wenn man an die Post denkt. Dass man von der Post eine Kundenorientierung erst gar nicht erwartet, das gehört eigentlich zu den großen, marktverzerrenden Eigenschaften dieses "Unternehmens".
Da die anderen privaten Dienste nicht teurer sind als die Post AG fragt man sich, was bei der Post schiefläuft. Sind leistungsbezogene Gehälter nur für Vorstände und Top-Manager vorgesehen oder stellt man absichtlich Leute ein, die man besser in der Kundenabwehr beschäftigen sollte?
Alles in Allem ist die Post als verstaatlichster Betrieb um Einiges besser und kundenorientierter gewesen als sie es heute als Privatunternehmen ist. Diese Entwicklung ist nichts Neues. Man sehe sich nur die Britische und Deutsche Bahn an. Das nächste mal wenn etwas verstaatlicht werden soll, wäre es gut sich daran zu erinnern, was mit der Post passiert ist.