Bei 6,9 Milliarden ist Schluss

Wieder einmal möchte ich das Problem der Überbevölkerung aufgreifen. Man kann darüber ja nie genug sagen, weil das Gesagte immer noch im Nichts verpufft.

Ressourcenknappheiten sind mittlerweile unübersehbar. Dennoch scheinen wir sie nicht zu bemerken. Wir steuern aber auf ein Problem zu, das alle anderen Probleme in den Schatten stellt: Wassermangel.

Obwohl auf unserem Planeten große Mengen an Wasser vorhanden sind, ist nur ein vergleichsweise kleiner Teil für den Menschen nutzbar. Der Einfachheit halber wollen wir alle klimatischen Unterschiede beiseite lassen und so tun, als ob alle Menschen einen gleichen Zugang zu Nutz- und Trinkwasser haben. Hierzu ein paar Zahlen:

Jährliche Niederschlagsmenge auf Land: ca. 110.000 km3
Verdunstung: 71.500 km3
Abfluß über Oberflächengewässer: 27.500 km3
Nutzbare Menge: 11.000 km3

Das ergibt eine maximale Verfügbarkeit von 250 m3 Wasser pro Kopf und Jahr. Nordamerika verbraucht diese Menge sogar ziemlich genau mit 240 m3 pro Kopf und Jahr.

Gehen wir davon aus, dass der Lebensstandard der westlichen Länder hinsichtlich der Wassernutzung als Ziel aller Länder gilt, so darf die Weltbevölkerung nicht größer werden als 6,9 Milliarden. Dieser Wert wird in kurzer Zeit erreicht sein, bzw. wurde bereits erreicht. Wir haben ein klares Limit: 6,9 Milliarden.

Nun haben gerade die Länder mit den geringsten Wasservorkommen die höchste Geburtenrate. Es hat den Anschein als wäre die Welt auf den Kopf gestellt. Zum einen liegt das an mangelnder Bildung, zum anderen am religiösen Wahn der ungehemmten Fortpflanzung. "Mehret Euch und werdet zahlreich wie die Sandkörner an den Küsten ...". Nun, wir sind zahlreich wie die Sandkörner an den Küsten. Was nun? Ab dort schweigen sich Religionen aus. Ihre Entwickler haben anscheinend niemals daran gedacht, dass die Menschheit tatsächlich so zahlreich werden könnte. Sie hätten wohl besser Arithmetik anstatt Einbildung walten lassen.

Aussichten

Was passiert, wenn das Limit übersteigen? Natürlich werden wir nicht auf der Stelle tot umfallen. Wahrscheinlich werden viele Menschen nicht einmal bemerken, dass Wassermangel herrscht, denn wir sind gewohnt die Welt lokal zu beurteilen. In Staaten der gemäßigten Klimazonen wird nach wie vor mehr Wasser verfügbar sein als nötig. Z.B. Österreich mit 2.500 km3 pro Person und Jahr, kämpft eher mit Überschwemmungen als mit Trockenheit. Im Gegensatz dazu kann eine einzige Trockenheitsperiode in Ägypten das Land unregierbar machen. Es kommt zu Kriegen, deren Ziel diejenigen Länder sein werden, die genug Wasser haben. Das Ganze kann sich von einem lokalen Wetterproblem zu einer weltumspannenden Krise entwickeln. Und eines ist dabei sicher. Unsere Neutralität wird nichts mehr bedeuten. Einerseits können wir Wasser exportieren, andererseits muss man auch darüber nachdenken, wie sich der Entzug von Wasser auf das ökologische Millieu des Landes auswirken kann. Unser Wasserhaushalt ist von Natur aus abgestimmt. Ein Zuviel oder Zuwenig gibt es für die Natur nicht. Österreich kann zur Wüste werden, sobald wir Wasser exportieren das im Kreislauf bleiben müsste um unser lokales Klima zu sichern.

Lösung

Es gibt eine einfache Lösung des Problems. Familienplanung und Geburtenkontrolle. Um die Menge an Wasser pro Kopf zu erhöhen gibt es zwei Methoden. Mehr Wasser ranschaffen oder weniger Menschen produzieren.

Die erste Methode ist zwar die gängige, zugleich aber die dümmste. Denn ständiges Wachstum bedeutet, dass die Menge an zusätzlich benötigtem Wasser exponenziell steigt. Bis zu dem Punkt, an dem es kein Wasser mehr gibt und man wieder vor derselben Problematik steht. Trinkwasser lässt sich nicht einfach herstellen. Die Entsalzung von Meerwasser ist äußerst energieaufwendig. Den Wasserverbrauch zu senken funktioniert auch nur bis zum unteren Limit von 7 m3 pro Jahr und Person. Dann lebt man allerdings in Wien so wie im Armenviertel von Bangla Desh. Ob man freiwillig so weit geht ist äußerst fraglich und letztendlich irrelevant. Wenn man die Ursache für die schwindende Verfügbarkeit von Wasser nicht bekämpft, wird sie zur Katastrophe. Egal wie viel man bereit ist zu sparen. Weniger als Nichts kann man nicht verbrauchen.

Die zweite Methode begrenzt einfach den Bedarf. Vor 1000 Jahren wuchsen Städte solange, bis sie nicht mehr effizient versorgt werden konnten. Die Leute starben an Hunger oder verdursteten. Die Bevölkerung schrumpfte solange, bis die Versorgung wieder klappte oder die Stadt verschwand. Da wir heute rechnen können, sind wir nicht gezwungen das Limit durch Versuch und Irrtum herauszufinden. Wir sind imstande eine Reserve einzuplanen um uns selbst in Katastrophen ausreichend gut zu versorgen. Das funktioniert nur, wenn nicht jedes Jahr mehr Menschen zu versorgen sind. Anzustreben ist eine rückläufige Bevölkerungszahl, keine gleichbleibende.
Religiöse Leute werden bei diesem Ansatz aufschreien und davonlaufen. So wie sie es schon immer getan haben wenn es um die Einaschränkung der Menschenvermehrung ging. Aber wir dürfen uns nicht in alten Gewohnheiten sicher fühlen.

Ständiges Wachstum führt direkt in die Katastrophe. Um das einzusehen muss man nicht studiert haben. Die Frage ist, wann Politiker endlich dieses globale Problem ins Visier nehmen. Werden sie warten bis Millionen Menschen verdursten, oder werden sie handeln um das zu verhindern? Mir persönlich ist es gleich, denn verdurstete Menschen lösen das Problem auch. Ich kann nur an die Einsicht appelieren, dass es besser ist nicht geboren zu werden als zu verdursten.